Unterfordert! Kennst du das auch?


Nach dreissig Jahren Berufsleben gibt nur noch weniges was mich wirklich von Hocker holt, quasi mich aus meinem Wohlfühl-Büro und der über die Jahre kontinuierlich optimierten Nestblase herausreisst.

Not ist keine zu erkennen. Das Leben steht auf einer guten Basis mit der sich ein „weiter so“ bequem und scheinbar unendlich fortsetzen lässt.

Etwas nur fehlt doch. Der Kopf spielt nicht mit und möchte weiterhin mit anspruchsvollen Herausforderungen gefüttert werden. Jedoch sind dies nicht mehr die Streicheleinheiten für die Seele, dem streben nach guten Positionen, Wohlstand, Gesellschaftstand, Auszeichnungen, Einflüssen…
Es zählen andere Werte mehr, wenn ich daran denke, dass es nur noch 30 wichtige Jahre bis zum Lebensende sein könnten.

Für diese neue, zukünftige Lebens-Zeit wünsche ich eine wirkliche Herausforderung welche mir das Gefühl gibt, dass ich die ganze Fülle meines Potentials dafür einsetzen kann, um damit etwas sinnvolles, von einem bleibenden positiv besetztem Wert, mit anderen für andere, national/international bewegen kann.

Nein, ich suche kein Social-Club Engagement, dem zyklischen Treffen gleicher im familiären Zirkel, Basaren und Glühweinausgabe am Weihnachtsmarkt. Auch in einem weiteren Studium erkenne ich nicht die Herausforderung. Warum, wenn altersbedingt absehbar, keine berufliche Praxis sich entwickeln lässt gleicht dies einem totschlagen von der mir so wertgeschätzten Zeit. Und jetzt bereits mit dem biografischen Bestseller zu starten, wenn die dreissig wichtigsten Jahre darin garnicht erst auftauchen?

Ich bin immer noch der Typ Weltretter, der, wenn auch leiser als andere, bei Not die Hand reicht, ein waches Auge und zwei offene Ohren hat, der lösungsorientiert denkt, nachdenkt dann handelt und der weiss wie man bei -25 Grad ohne Schlafsack aber mit einer Tafel Nuss-Vollmilch-Schokolade in der Natur überlebt.

Und nein, etwas zwingend ändern muss ich nicht. Vielmehr will ich es, denn die Lust und Freude etwas mir noch unbekanntes, altersgerecht und abenteuerfrei zu entdecken ist immer noch lebendig. Der Kopf braucht noch eine „wirkliche Herausforderung“.

Fühlst du dich auch immer wieder unterfordert?
Wie löst du das auf?