Gelebte und geliebte Rituale
Ich vermisse die Zeit in M-Schwabing, als mein Tag, ritualisiert, obligatorisch mit einem frischgemahlenen, selbstgebrauten Espresso und dem Zeitungsblatt für anspruchsvolle Weltbürger startete. Damals noch im Milchzeitalter – und ohne diese komfortablen Smartphones, welche es mir heute ermöglichen, unmittelbar und ständig die ganze Welt zu mir einzuladen, mich mit belanglosem Content locken, verführen, welche mir sehenden Auges schlichtweg die Zeit rauben, wenn ich nicht bewusst die Stopp-Taste drücke.
Die Zeitung habe ich in den Jahren mit Familie abbestellt, da ungelesen, sie maximal zum anfeuern eines Holzofens heruntergestuft wurde, weil Hund und Katze, Kind und die kleine Familie, Agentur kaum entspannte, großzügige Zeitfenster anboten.
Geblieben ist bis heute nur das Kaffeeritual. Und so nach und nach erobere ich mir auch die Zeitfenster in denen ich wieder mehr und mehr lese – morgens, und auf die mich bewegenden Fragen mir passende Antworten zu geben versuche.