Textil-Zertifikate – Orientierung im Label-Dschungel

Textil-Zertifikate – Orientierung im Label-Dschungel


„Moderne Bekleidung aus Naturprodukten muss nicht nur super aussehen, sondern auch den höchsten Ansprüchen der Träger entsprechen. Viele Käufer achten immer mehr auf Nachhaltigkeit und Fairness in der Produktion der Stoffe und Herstellung der Kleidungsstücke. Zahlreiche Textilzertifizierungen und Textil-Label bieten Orientierung über die jeweiligen Zielsetzungen der Hersteller. Im folgenden Infosheet erhalten Sie einen umfassenden Überblick über die wichtigsten und einflussreichsten Textilzertifizierungen, die Baumwollherstellung und die Produktion von fairer Kleidung.“


SA8000 | Industrienorm für Arbeitnehmerschutz auch für Textilien

Die SA8000 gehört zu den ersten weltweit anerkannten Standards für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen vor allem in Drittwelt- und Schwellenländern. Zu den neun Prüfkriterien zählen z.B. keine Kinderarbeit und Zwangsarbeit, Arbeitszeitregelungen und Mindestlohn. Herausgeber des Standards ist die Social Accountability International (SAI), eine internationale Nichtregierungsorganisation aus New York. Mehr über die SA8000 lesen Sie hier.


BSCI | Das Textilsiegel als Verhaltenskodex für den Handel

Im Jahr 2003 rief die europäische Foreign Trade Association (FTC) die Business Social Compliance Initiative (BSCI) ins Leben. Sie setzt sich für die Einhaltung sozialer Mindeststandards nach ILO-Kriterien ein. Im Zentrum der BSCI steht eine ethische Lieferkette und die Einhaltung international anerkannter Arbeitsschutzrechte. In dem umfangreichen Kriterienkatalog spielt Umweltschutz ebenso eine Rolle. Aktuell sind bereits über 1.500 Handelsunternehmen der BSCI beigetreten. Mehr über die Business Social Compliance Initiative lesen Sie hier.


Eco Label | Das Textilsiegel für relativ unbedenkliche Kleidung

Mit einer Verordnung etablierte die Europäische Union bereits im Jahr 1992 das Eco Label. Vergeben wird es auf Antrag für alle denkbaren Produkte. Das Eco Label gibt den europäischen Verbrauchern einen Maßstab an die Hand, welche Produkte im Vergleich zu ähnlichen Produkten ihrer Gruppe besonders umweltfreundlich oder gesundheitlich unbedenklich sind. Analysiert werden die beantragten Produkte anhand der Herstellerangaben über ihren gesamten Lebenszyklus – also ab der Herkunft der Rohstoffe, Herstellung, Verwendung bis zum Recycling eines Produktes. Mehr über das Eco Label der EU lesen Sie hier.


Fair Wear | Das Textilsiegel für gute Arbeitsbedingungen

Ebenfalls Arbeitsschutzziele verfolgt die Fair Wear Foundation, die sich 1999 in Amsterdam als europäisches Pendant zur WRAP gründete. Sie versteht sich als unabhängige Non Profit Organisation zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie. Bei der FWF können Produzenten und Händler Mitglied werden, die einen Acht-Punkte-Kodex einhalten. Der Kodex basiert auf den Grundsätzen der International Labor Organisation (ILO) und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UN. Mehr über die Fair Wear Foundation lesen Sie hier.


WRAP | Das Textilsiegel für faire Arbeitsbedingungen der Bekleidungsbranche

Das WRAP-Zertifikat etablierte sich im Jahr 2000. Initiiert wurde das Label von der amerikanischen Handelsorganisation für Bekleidung und Schuhe. Sie wird heute von 26 internationalen Handelsverbänden unterstützt. Im Zentrum steht die Einhaltung der nationalen Mindeststandards in den Betrieben. Es werden Vorgaben für das Personalmanagement, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit, Umweltschutz und die Einhaltung nationaler Normen für Im- und Export, Verbraucherschutz und -sicherheit gemacht. Mehr über das WRAP-Siegel lesen Sie hier.


FAIRTRADE | Certified Cotton, das ethische Textilsiegel der Eine-Welt-Bewegung

Die Fairtrade-Bewegung entstand nach dem zweiten Weltkrieg im kirchlichen Umfeld der USA. In Europa entstanden in den sechziger Jahren erste Fairtrade-Organisationen. Mittlerweile verständigten sich 17 nationale Organisationen auf das gemeinsame und international verbreitete Siegel. Im Zentrum stehen nachhaltige Landwirtschaft und faire Bezahlung der Kleinbauern. Die Erzeuger erhalten von Fairtrade einen Preis pro Tonne, der je nach Marktgeschehen um bis zu 120 Prozent über dem Weltmarktpreis liegt. Auch Gemeinschaftsprojekte der Kooperativen werden mitfinanziert. Mehr über FAIRTRADE Certified Cotton lesen Sie hier.


GOTS | Dieses Textilsiegel setzt hohe ökologische und soziale Standards

Mit einer Verordnung etablierte die Europäische Union bereits im Jahr 1992 das Eco Label. Vergeben wird es auf Antrag für alle denkbaren Produkte. Das Eco Label gibt den europäischen Verbrauchern einen Maßstab an die Hand, welche Produkte im Vergleich zu ähnlichen Produkten ihrer Gruppe besonders umweltfreundlich oder gesundheitlich unbedenklich sind. Analysiert werden die beantragten Produkte anhand der Herstellerangaben über ihren gesamten Lebenszyklus – also ab der Herkunft der Rohstoffe, Herstellung, Verwendung bis zum Recycling eines Produktes. Mehr über das Eco Label der EU lesen Sie hier.


Öko-Tex-Standard | Textilsiegel prüft Schadstoffe in vier Produktklassen

Auf immer mehr Textilien befindet sich das Label „Textiles Vertrauen“, das die Öko-Tex-Gemeinschaft vergibt. Diese wurde 1992 als internationale Verbraucherschutzorganisation gegründet. Der Zertifikat-Geber definiert einheitliche und wissenschaftlich begründete Maßstäbe für die Beurteilung von Schadstoffrückständen in Textilien. Die Prüfkriterien nach Öko-Tex-Standard gehen in der Regel über die gesetzlichen Grenzwerte hinaus. In der Vergangenheit war die Gemeinschaft maßgeblich an der Verschärfung der nationalen und internationalen Bestimmungen beteiligt. Mehr über den Öko-Tex-Standard lesen Sie hier.


Zur Verfügung gestellt von textil one

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