Green’n’Clean – saubere Festivals


Wo viele Menschen miteinander Spass haben und ausgelassen feiern entsteht viel Müll, wie: Dosen, Tetrapacks, Papier, Plastikflaschen, Folien, Verpackungen von mitgebrachten Lebensmitteln, ja selbst Zelte, Schlafsäcke, Grillbesteck, ganze Wohnungsinventars bleiben nach einer mehrtägigen Open-Air-Veranstaltung zurück und müssen vom Veranstalter sortiert und dann kostenintensiv entsorgt werden.

Festival-Müll lässt sich im größeren Umfang nur vermeiden, wenn auch eine entsprechende Sensibilisierung für diese Thema bei den Gästen stattfindet. Zum Beispiel durch eine Visualisierung der Problematik mit begleitender Diskussion sowohl im Vorfeld auf der Festival-Homepage und den Foren, aber auch durch eine Dokumentation auf dem Festival selbst.

Einfälle statt Abfälle sind gefragt
Mit kreativen Ideen lässt sich aus „Müll“ auch neues Design erstellen. Aus den zurückgelassenen Zeltplanen können zum Beispiel Taschen genäht, individuell bedruckt und dann sowohl über den Festival-Shop als auch am Festival-Kiosk zum Verkauf angeboten werden.

Auch die zurückgelassenen, intakten Schlafsäcke können gereinigt der regionalen Obdachlosen-Organisation übergeben werden und somit ein zweites sinnvolles Leben erfahren.

Holz und Holzpaletten sind bestenfalls das Brennmaterial für die Designer-Feuertonnen.

Doch was lässt sich mit unzähligen den Dosen aus Österreich und Tschechien machen, welche nicht dem deutschen Recyclingsystem zugeführt werden können? Zu Würfeln gepresst sind dies unverwüstliche Sitzgelegenheiten für die nächsten Veranstaltungen.
Siehe auch Aufruf: Gib der Metalldose eine zweite Chance – upcyceln statt wegwerfen

Beispiel Pfingstopenair
Das Pfingstopenair hat in den letzten Jahren vielfältige Maßnahmen rund um den Umweltschutz umgesetzt und ist dafür erneut honoriert worden. Nachdem das Festival für die vorbildliche Trennung des Festival-Mülls im Jahre 2009 vom Umweltbundesamt als „Sounds for Nature-Festival“ ausgezeichnet wurde, hat es unter anderem aufgrund der weiteren Erhöhung der Trennquote und zusätzlicher begleitenden Aktionen nun auch den begehrten „Green ’n‘ Clean-Award“ des europäischen Festivalverbandes yourope erhalten.
greenncleanlogo

Auch bei der An- und Abreise gibt es zahlreiche Möglichkeiten den CO2-Ausstoß zu reduzieren.
Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird gegen Vorlage des Bus-Tickets mit einem Freibier honoriert. Da Freitag, Samstag und Sonntag Nacht keine Buse zurück fahren, chartert der Veranstalter Busse, um seine Gäste kostenlos nach hause zu bringen.

Fahrgemeinschaften: Das Partnerprogramm von mitfahrgelegenheit.de ermöglicht, dass Festivalbesucher sich direkt auf Internetseite des Veranstalters eintragen können, wenn sie noch Plätze frei haben oder selbst nicht fahren wollen und eine Mitfahrgelegenheit suchen.

Die Werbebotschaften wie Flyer, Programmhefte, Plakate wurden 2011 bereits zu 90% auf zertifiziertes Recyclingpapier und mit Farben aus nachwachsenden Rohstoffen gedruckt.

Zukünftig will man verstärkt mit den sozialen Medien und ihrer viralen Streuung arbeiten und bis auf wenige gezielte Printmedien Aktionen, verstärkt auch in Kooperation mit befreundeten Festivals, fast vollständig auf ein flyern verzichten. Die bisher aufwendig produzierten 64-seitigen Programm- und Festival-Infohefte werden durch kleine sechsseitige Leporello-Faltflyer ersetzt. Informationen zu den Bands und den Auftritten sind, im Zeitalter des Smartphones, sowieso auf der Internetseite aktueller einzusehen. Vielleicht wird zukünftig eine App über die Stars und deren Bühnenauftritte informieren und den Nutzer rechtzeitig benachrichtigen.

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