Welche Schriften nehme ich für ein grünes Corporate Design?


Corporate Type – Teil eines ganzheitlichen Erscheinungsbildes in der Unternehmenskommunikation
Das Corporate Designs hat die Aufgabe einem Unternehmen ein Gesicht zu geben. Es basiert auf der Unternehmensphilosophie und ist ein Zusammenspiel von Logo, Schriften, Farben, Gestaltungselementen, Papier und Medien. Der Erfolg dieser Unternehmenskommunikation hängt im wesentlichen davon ab, wie wahrnehmbar und glaubwürdig sie ist. So erscheint der Hersteller ökologisch nachhaltiger Produkte mit einem lackierten Hochglanzfoldern ebenso unglaubwürdig wie eine Ökobank mit der falschen Schriftwahl.

Corporate Type
Die Corporate Type – die Hausschrift – harmonisiert idealerweise mit dem gesamten Unternehmensauftritt. Anmut und Lesbarkeit sowie eine zielgruppenaffine Schriftwahl tragen nicht nur maßgeblich zu einem harmonischen Gesamtbild sondern in erster Linie zu einer eindeutigen Positionierung bei.

Die typischen Schriften in einer grünen Unternehmens- und Markenkommunikation kann man in 4 wesentliche Gruppen einteilen:

1. goetheanistisch anthroposophische Schrift
Diese Schriften mit der ihr typische dynamischen Linienführung basieren auf den Gestaltungsimpulsen von Rudolf Steiner Anfang des 20. Jahrhunderts.
Der bekannteste Schriften Designer ist Walther Roggenkamp. Seine Schriften prägen auch heute noch das Erscheinungsbild vieler Waldorfschulen, Heilpädagogischen Einrichtungen, Altenheime, anthroposophisch orientierte Unternehmen und Institutionen wie z. B. Weleda AG, Beutelbacher Fruchtsäfte, Demeter Bund, Helios, Sonett.
siehe auchRO.Schriften
Roggenkamptype

2. Öko-Schrift der 70er und 80er Jahre
Eine typische Öko-Schrift in den Anfangszeiten der Bewegung gibt es nicht. Flyer und Plakate gegen Atomkraft und die in Westdeutschland stationierten Nuklearraketen wurden überwiegend von Hand gemalt. Als Satzschrift ist hauptsächlich die Type Hobo oder Cooper im Einsatz. Ansonsten wurden Informationen mit Schreibmaschine in den ihr typischen Lettern getippt.
Oekotype

3. Neogrüne-Schriften
a) Das Schrift-Design der Lohas affinen Bewegung ist sachlich klar und nüchtern. Hier gilt „weniger ist mehr“. Die Linienführung der typischen Schriften ist parallel und vermittelt ein Bild von hochwertig edler Reinheit.
Lohastype

b) Die „Alternative“ verwendet den „rough look“ mit bröckelnden Schriftzeichen oder stempelähnlichen Erscheinungsbild um das authentisch pure Öko zu visualisieren.
Roughlooktype

c) Die „Handschrift“- und „Brush“-Schriften ähnliche Satzschrift soll dem Produkt einen Self-Made-Style und damit das besondere und authentische geben.
Handschrift

4. Schriften der Bio-Marken in den Supermärkten
Die Bio-Marken der Supermarktketten präsentieren sich gewöhnlich und austauschbar, denn bei „Bio für alle“ ist einzig das EU-Bio-Siegel zur Kennung wichtig.


Green Corporate Fonts siehe: Green Berlin Fonts-Edition

Veröffentlichung zum Thema „Grüne Typografie“ in der Zeitschrift Page 08/2011 und unter Beispiele typischer Öko-Designs

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